Vermögenswirksameleistung für Soldaten

Vermögenswirksame Leistungen für Soldaten – Vermögensbildung mit Arbeitgeberhilfe

Mit vermögenswirksamen Leistungen (auch als VL oder VwL bekannt) können Arbeitnehmer mit Hilfe des Arbeitgebers Vermögen aufbauen. Hierfür erhalten Arbeitnehmer, Auszubildende, Beamte, Richter und eben auch Soldaten von ihrem Arbeitgeber bis zu 40 Euro im Monat als freiwillige Leistung.

Sparen mit vermögenswirksamen Leistungen – Wie funktioniert das?

Bei vermögenswirksamen Leistungen handelt es sich um freiwillige Geldleistungen des Arbeitgebers, die an den Arbeitnehmer gezahlt werden. Sie dienen der Bildung von Vermögen und werden zusätzlich zum üblichen Arbeitslohn gezahlt. Der Arbeitgeber beteiligt sich dabei je nach Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder auch betrieblicher Vereinbarung an einer VwL über einen monatlichen Betrag von bis zu 40 Euro (maximal 480 Euro jährlich). Sofern der Arbeitgeber nicht den vollen Betrag zahlt, ist eine Aufstockung auf den Maximalbetrag möglich. Soldaten, die den vollen Betrag sparen möchten, müssen demnach einen Eigenanteil in Höhe von 33,35 Euro leisten.

Das Geld kann sehr unterschiedliche angelegt werden: in einen Sparplan bei der Bank, in einen Bausparvertrag, in einen Fondsparplan oder auch für die Tilgung der Baufinanzierung.

Zunächst wird dabei der Vertrag durch den Arbeitnehmer abgeschlossen und dann eine Bestätigung an den Arbeitgeber übergeben. Den zugesagten Betrag zahlt der Arbeitgeber dann in den Vertrag ein. Die Laufzeit eines solchen Vertrags für vermögenswirksame Leistungen liegt üblicherweise bei sieben Jahren, das letzte Jahr ist ein Ruhejahr. Bereits nach dem sechsten Jahr kann zudem ein neuer Vertrag abgeschlossen werden. In den meisten Fällen wird ein neuer Vertrag automatisch kurz vor Vertragsablauf angeboten. Das Guthaben aus dem VwL-Vertrag kann für persönliche Wünsche oder auch für die Altersvorsorge genutzt werden. Lediglich bei der Variante des Bausparens gibt es einen Unterschied: Die Verträge müssen die kompletten sieben Jahre bespart werden.

Vermögenswirksame Leistungen durch die Bundeswehr

Wie eingangs erwähnt, erhalten auch Soldaten von ihrem Arbeitgeber – also der Bundeswehr – vermögenswirksame Leistungen. Zusätzlich zum Sold wird ein Betrag in Höhe von 6,65 Euro gemäß dem fünften Vermögensbildungsgesetz in Form von VwL gezahlt. Dieser Betrag wird bei Vollzeitbeschäftigung gewährt. Für Teilzeitbeschäftigte wird die Höhe entsprechend der regelmäßigen Arbeitszeit ermäßigt ausgezahlt. Soldaten haben die Möglichkeit, diesen von der Bundeswehr gezahlten Betrag durch einen Eigenbetrag zu erhöhen. Sofern das Grundgehalt zuzüglich der Amtszulagen und des Familienzuschlags der Stufe 1 oder auch die Anwärterbezüge einen Betrag von 971,45 Euro unterschreiten, wird für vermögenswirksame Leistungen ein Betrag in Höhe von 13,29 Euro durch den Arbeitgeber gezahlt.

Neben der monatlichen Geldleistung ist zudem unter bestimmten Voraussetzungen eine staatliche Förderung von bis zu 20 Prozent (maximal auf 400 Euro bei Wertpapieranlagen oder Vermögensbeteiligungen) oder neun Prozent (maximal auf 470 Euro bei Bausparverträgen) möglich.

Kein Geld verschenken!

Der Betrag in Höhe von 6,65 Euro wird Soldaten nur auf Antrag gezahlt. Er kann nicht ausgezahlt werden und wird nur in festgelegte Sparformen investiert. Eine Überweisung durch das zuständige Bundesverwaltungsamt erfolgt direkt in die vom Soldaten gewählte Anlageform.

Bereits ab dem ersten Tag sollten Soldaten die VwL ihres Arbeitgebers nutzen und sich so Vermögen aufbauen. Ohne diese freiwillige Leistung wird sonst bares Geld verschenkt.

Einzahlung in Sparpläne schon ab 25 Euro möglich

Soldaten, die – aus welchen Gründen auch immer – monatlich nur ein kleineres Budget zur Verfügung haben, können mit Hilfe eines Sparplans Vermögen aufbauen. Ein Sparplan wird meist ab 50 Euro von Banken angeboten, einige Banken bieten auch Sparpläne ab 25 Euro monatlich an. Hierfür kann der Soldat auch die VwL aus der Geldleistung des Arbeitgebers und seinem Eigenanteil nutzen.

Sinnvoll sind Sparpläne, wenn bei Geldanlage und Altersvorsorge auch die Rendite eine Rolle spielt, aber dennoch Flexibilität gewünscht ist. So können Zahlungen problemlos ausgesetzt oder auch erhöht werden. In einer finanziellen Notlage können die Wertpapiere im Sparplan sogar verkauft werden.

Wie funktionieren Sparpläne?

Bei einem Fondssparplan werden jeden Monat Anteile an einem Investmentfonds entsprechend der Höhe der vorher festgelegten Rate gekauft. Dabei sind Aktienfonds für einen langfristigen Vermögensaufbau von Bedeutung. Dabei sollten ETFs (börsengehandelte Indexfonds) den aktiv verwalteten Aktienfonds vorgezogen werden. ETFs gelten als kostengünstig, einfach, transparent und auch bequem. All diese Eigenschaften sind vor allem für langfristiges Fondssparen von Vorteil.

ETFs können auch über mehrere Jahrzehnte bespart werden. Sie entwickeln sich immer entsprechend dem jeweiligen Aktienindex, lediglich die Verwaltungskosten von höchsten einigen Zehntel Prozent des Anlagebetrags werden abgezogen.

Voraussetzungen für die staatliche Förderung

Auch Soldaten erhalten eine staatliche Förderung, die so genannte Arbeitnehmersparzulage. Dadurch werden VwL natürlich noch attraktiver, denn in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen und dem Anlageprodukt beteiligt sich der Staat an der Vermögensbildung.

Doch wann kommt die staatliche Förderung überhaupt in Frage?

Zunächst gilt: Ein herkömmlicher Banksparplan wird nicht staatlich gefördert. Lediglich für die Anlage der vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag oder Fondsparpläne erfolgt eine staatliche Förderung entsprechend den bereits angegebenen Prozentsätzen (20 bzw. neun Prozent). Einen staatlichen Zuschuss erhalten zudem diejenigen, die einen Baukredit tilgen. Wird ein Bausparvertrag bespart, denn kann auch die Wohnungsbauprämie beantragt werden.

Für den Erhalt der Arbeitnehmersparzulage und auch der Wohnungsbauprämie dürfen jedoch bestimmten Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Entscheidend ist dabei aber nicht das Bruttoeinkommen, sondern das zu versteuernde Einkommen. Dieses ist mitunter aufgrund verschiedener Freibeträge (z. B. für Kindergeld) niedriger als das Bruttoeinkommen.

Gezahlt wird die Arbeitnehmersparzulage durch den Staat im Übrigen erst nach Ende der Laufzeit. Zudem sind die erwirtschafteten Kapitalerträge steuerpflichtig. Aus diesem Grund sollte der Anbieter eines Vw-Produkts einen Freistellungsauftrag erhalten.

Aufstockung lohnt sich

Zahlt der Arbeitgeber keine oder nur geringe VwL, kann eine Aufstockung des Sparvertrags dennoch lohnenswert sein. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Voraussetzungen für eine staatliche Förderung vorliegen und auch die Mindestsparbeiträge erreicht werden.

Regelungen zu vermögenswirksamen Leistungen für Soldaten

In § 5 Abs. 1 des Gesetzes über vermögenswirksame Leistungen für Beamte, Richter, Berufssoldaten sowie Soldaten auf Zeit sind alle Regelungen zur Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen für Soldaten festgehalten. Es besteht dabei die Möglichkeit, dass die Leistungen auch zugunsten

  • des Ehegatten
  • der Kinder (vor Vollendung des 17. Lebensjahres)
  • der Eltern oder eines Elternteils

gezahlt werden.

Um den Anspruch auf VwL geltend machen zu können, ist es ausreichend, dass dem Soldaten für mindestens einen Tag im Kalendermonat Dienstbezüge, Anwärterbezüge oder Ausbildungsgeld gemäß § 30 Abs. 2 Soldatengesetz zustehen.

Da der Anspruch ist grundsätzlich nicht übertragbar ist, können diese weder ge- noch verpfändet werden.

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