Pflegepflichtversicherung für Soldaten

Pflegepflichtversicherung für Soldaten – Was hat es damit auf sich?

Im Jahr 1995 trat das Pflegepflichtversicherungsgesetz in Kraft. Die Bürger sind damit in der Pflicht, sich gegen das Risiko der Pflegebedürftigkeit abzusichern. Das gilt natürlich auch für Soldaten.

Es gilt folgender Grundsatz: „Die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung“. Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss sich in der sozialen Pflegeversicherung absichern. In der GKV ist die Pflegeversicherung direkt an die Krankenversicherung gekoppelt. Für privat Krankenversicherte (ausreichend ist eine Anwartschaftsversicherung) ist der Abschluss einer Pflegepflichtversicherung bei einem privaten Anbieter möglich. Letzteres trifft auch auf Soldaten zu, denn auch für sie gilt natürlich die Pflegepflichtversicherung. Außerdem spielt bei diesem Personenkreis auch die so genannte Anwartschaftsversicherung eine Rolle.

Was jeder Soldat im Zusammenhang mit der Pflegepflichtversicherung und der Anwartschaftsversicherung wissen sollte, wird jetzt genauer unter die Lupe genommen.

Der Unterschied zwischen sozialer und privater Pflegepflichtversicherung

Die Leistungen von sozialer sowie privater Pflegepflichtversicherung sind per Gesetz geregelt und somit auch gleich. Allerdings zeigt sich meist ein nicht unbeträchtlicher Beitragsunterschied. Die gesetzliche Krankenversicherung ist Träger der sozialen Pflegepflichtversicherung, der Beitrag dafür wird anhand des Einkommens berechnet. Entscheidet sich ein Soldat für eine Pflegeversicherung als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung, zahlt er 1,275 Prozent seines Bruttogehalts. Hat er keine Kinder, wird zudem ein Zusatzbeitrag von 0,25 Prozent erhoben. Der Nachteil: Mit jeder Beförderung und Erhöhung des Gehalts steigt auch der Beitrag.

Ein Soldat genießt grundsätzlich eine so genannte „Truppenärztliche Versorgung“, die auch als „Freie Heilfürsorge“ bekannt ist. Bei Krankheit ist dadurch eine kostenfreie Versorgung beim zuständigen Truppenarzt möglich, dieser stellt auch Überweisungen an zivile Ärzte aus. Diese Versorgungsform ist für Soldaten die Krankenversicherung. Nicht abgedeckt ist jedoch die Pflegeversicherung, um welche sich jeder Soldat selbst kümmern müssen. Er kann sich hier – als Alternative zur GKV – auch einer privaten Pflegepflichtversicherung anschließen und zahlt bei gleichem Einkommen in der Regel weniger als in der gesetzliche Pflegeversicherung. Gerade für junge Soldaten können hier sparen, denn in der privaten Krankenversicherung wird der Beitrag nach dem Eintrittsalter kalkuliert.

Die Anwartschaft für Soldaten – Darum ist sie sinnvoll

Grundsätzlich gilt in der privaten Krankenversicherung kein Annahmezwang. Erleidet ein Soldat während seiner Dienstzeit jedoch körperliche und/oder psychische Schäden, kann es zu einer Ablehnung des Antrags auf Krankenversicherung oder auch zu einem Risikozuschlag beim Beitrag kommen. Eine Anwartschaft kann dieses Vorgehen der PKV verhindern. Denn: Je jünger und auch gesünder ein Mensch bei Antragstellung für die private Krankenversicherung ist, umso besser.

Eine Unterscheidung erfolgt in kleine und große Anwartschaft.

Die kleine Anwartschaft für Soldaten

Bei der kleinen Anwartschaftsversicherung wird der Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss (bestenfalls bei der Ernennung zum Soldat auf Zeit) „eingefroren“. Kommt es dann in der Dienstzeit zu Verletzungen, erfolgt nach Ende der Dienstzeit keine Berücksichtigung. Somit gilt der Soldat nach Ende der Dienstzeit als gesund und muss von der privaten Krankenversicherung auch angenommen werden. Die kleine Anwartschaft gehört automatisch zur Pflegepflichtversicherung dazu.

Die große Anwartschaft für Soldaten

Mit der großen Anwartschaftsversicherung wird neben dem Gesundheitszustand außerdem das Alter des Versicherten „eingefroren“.
In der privaten Krankenversicherung ist der Beitrag immer vom Gesundheitszustand sowie vom Alter abhängig. Nach 13 Jahren Dienstzeit zahlt ein Soldat dank der großen Anwartschaftsversicherung einen Beitrag als wäre er 18 Jahre. Sinnvoll ist dies allerdings nur, wenn eine private Versicherung auch über die so genannte Übergangszeit hinaus gewünscht ist. Schließlich ist die große Anwartschaftsversicherung deutlich teurer. Wer nach Dienstende dauerhaft mehr als 4.500 Euro brutto verdient oder auch Berufssoldat ist, sollte über eine große Anwartschaftsversicherung nachdenken.

Übergangsgebührnisse nach §11 SVG – Was ist das?

Zeitsoldaten haben nach Ende der Dienstzeit einen Anspruch auf so genannte Übergangszeit. Sie bekommen – je nachdem, was sie danach tun – bis zu maximal fünf Jahre lang weiterhin anteilig Gehalt. Möchte ein Soldat noch einmal eine Aus- oder Weiterbildung absolvieren oder studieren, erhält er 90 Prozent seines letzten Nettogehalts gezahlt. Die Dauer der Übergangszeit ist dabei von der Dienstzeit abhängig:

  • vier bis fünf Jahre Dienstzeit: zwölf Monate Übergangszeit
  • fünf bis sechs Jahre Dienstzeit: 18 Monate Übergangszeit
  • sechs bis sieben Jahre Dienstzeit: 24 Monate Übergangszeit
  • acht bis zehn Jahre Dienstzeit: 36 Monate Übergangszeit
  • elf bis zwölf Jahre Dienstzeit: 54 Monate Übergangszeit
  • zwölf und mehr Jahre Dienstzeit: 60 Monate Übergangszeit

Anspruch auf unentgeltliche truppenärztliche Versorgung besteht während der Übergangszeit nicht mehr. Es ist also notwendig, selbst eine Krankenversicherung abzuschließen. Dafür erhält er aber Beihilfe, der Bund zahlt 70 Prozent des Beitrags zur privaten Krankenversicherung. In der gesetzlichen Krankenversicherung muss ein Soldat nach Dienstzeitende den Beitrag zu 100 Prozent selbst zahlen, ein Arbeitgeberzuschuss entfällt.

Deshalb empfiehlt sich auch nach der Zeit als Soldat die Absicherung in der PKV. Jedoch sollten Soldaten bei Abschluss der Pflegepflicht- sowie Anwartschaftsversicherung nicht nur den Beitrag während der Dienstzeit beachten, sondern auch die Höhe des 30prozentigen Beitrags in der Übergangszeit. Je nach Anbieter können hier nämlich deutliche Beitragsunterschiede von mehr als 50 Euro pro Monat entstehen.

Grundsätzlich gilt die PKV für Zeitsoldaten in der Übergangszeit als wesentlich günstiger als die GKV, zudem sind die Leistungen deutlich besser.

Bei fehlender Pflegepflichtversicherung Bundeswehr muss ein Soldat ein Bußgeld bezahlen

Da ein Soldat vollumfänglich und beitragsfrei krankenversichert ist, rückt die Pflegeversicherung häufig in den Hintergrund. Nur wenige Zeitsoldaten machen sich über diese Gedanken, obwohl sie gesetzlich vorgeschrieben ist. Die wenigsten von ihnen wissen zudem, dass die Pflegeversicherung per Gesetz geregelt ist und zu den Pflichtversicherungen gehört. Ein Soldat muss hier selbst tätig werden, wenn es um die Einrichtung der Pflegeversicherung ab der Ernennung zum Zeitsoldaten geht. Wer sich also dazu entscheidet, Soldat zu werden, sollte sich mit seinen Pflichten auseinandersetzen. Denn häufig ist die Pflegepflichtversicherung die erste Versicherung, die die jungen Menschen abschließen müssen. Bis dahin sind sie häufig noch über die Familienversicherung der Eltern abgesichert. Gerade der Bereich „Sozialversicherung“ ist für junge Menschen ein sehr komplexes und recht unbekanntes Thema.

Kommt ein Soldat jedoch der Pflicht zur Einrichtung einer Pflegeversicherung Bundeswehr nicht nach, begeht er eine Ordnungswidrigkeit. Geahndet werden kann diese mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 2.500 Euro. Um das Bußgeld und auch eine Versicherungslücke zu vermeiden, kann die Pflegeversicherung auch rückwirkend eingerichtet werden.

Nicht mit der Pflegezusatzversicherung verwechseln

Die Pflegepflichtversicherung Bundeswehr sollte nicht mit der Pflegezusatzversicherung verwechselt werden. Durch die Zusatzversicherung werden lediglich die gesetzlichen Grundleistungen aufgestockt. Sie stellt also keine vollwertige Pflegeversicherung für Soldaten dar.

Angebot anfordern

Sie möchten sich über ein Angebot informieren? Nutzen Sie dafür die Möglichkeit einer Terminvereinbarung.


Schon einmal von unserer exklusiven App gehört? Sichern Sie sich noch Heute den Zugang inclusive nützlicher Checklisten und eine kostenlose Finanzanalyse. Einfach Name und Mail eingeben und alles per Mail bekommen. Mailchimp for WordPress Sign-up FormExklusive App


Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt!

Leave a Reply

Your email address will not be published.