DIenstunfähigkeitsversicherung für Soldaten

Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten – Absicherung muss privat erfolgen

Es ist vor allem für Soldaten sehr wichtig, sich gegen eine mögliche Berufs- oder Dienstunfähigkeit abzusichern. Ein Soldat geht einem sehr anspruchsvollen Beruf nach, der regelmäßig mit nicht unbeachtlichen Gefahren einhergeht. Ein Unfall oder auch eine schwere Erkrankung können schnell dazu führen, dass die hohen Anforderungen des Berufs nicht mehr erfüllt werden können.

Das „Problem“: Eine herkömmliche Berufsunfähigkeitsversicherung, wie sie für andere Personengruppen möglich ist, ist für Zeit- und Berufssoldaten nicht ausreichend. So gelten für Soldaten bei Eintritt einer Dienstunfähigkeit besondere Bedingungen. Doch ab wann gilt ein Soldat überhaupt als dienstunfähig? Und welche Dinge müssen bei einer Dienstunfähigkeitsversicherung auch im Hinblick auf die Unterscheidung zwischen Berufs- und Zeitsoldat beachtet werden? Der folgende Ratgeber liefert dazu wichtige Informationen.

Keine passende Berufsunfähigkeitsversicherung? – Diese Ansprüche kann ein Soldat geltend machen

Als dienstunfähig gilt ein Soldat dann, wenn sein körperlicher und/oder geistiger Zustand es nicht mehr erlauben, seine Dienstpflichten zu erfüllen. Die Feststellung, ob dies der Fall ist, muss ein Arzt der Bundeswehr treffen. Nach der ärztlichen Untersuchung erfolgt bei Zeitsoldaten eine Entlassung, Berufssoldaten werden in den Ruhestand versetzt. Welche Ansprüche Soldaten dann gegenüber ihrem Arbeitgeber oder auch dem Staat haben, ist davon abhängig, ob sie Zeit- oder Berufssoldat waren.

Für Zeitsoldaten ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung unumgänglich

Mit der Entlassung eines Zeitsoldaten erfolgt üblicherweise eine so genannte Nachversicherung beim gesetzlichen Rentenversicherungsträger. Die Bundeswehr zahlt also die Beiträge für die gesamte Dienstzeit nach. Dadurch entsteht unter zwei Voraussetzungen ein Anspruch auf Zahlung einer Erwerbsminderungsrente vom Staat.

Zunächst muss der Soldat dafür über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren bei der Bundeswehr gedient haben. Optional sollte er anderweitig in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben (fünfjährige Wartezeit). Kommt es zu einer Erwerbsminderung während des Wehrdienstes (so genannte Wehrdienstbeschädigung, keine Unfall während der Freizeit), dann entfällt diese Wartezeit. Zwischen Dienstunfähigkeit und Erwerbsminderung bestehen allerdings einige Unterschiede.

Die zweite Voraussetzung ist, dass eine vollständige Erwerbsminderung vorliegen muss. Dies ist jedoch erst der Fall, wenn eine Arbeit in keinem beliebigen Beruf über mehr als drei Stunden am Tag ausgeübt werden kann. Wer mindestens drei Stunden täglich noch einen anderen und vom Staat bestimmten Beruf ausüben kann (abstrakte Verweisung), der erhält keine volle Erwerbsminderungsrente. Diese wird in der Regel nur gezahlt, wenn eine gesundheitlich extrem starke Einschränkung vorliegt. Im Sinne der Anforderungen an einen Soldaten gilt dieser bereits viel schneller als dienstunfähig. Und selbst wenn eine volle Erwerbsminderungsrente gezahlt wird: Sie beträgt lediglich etwa 50 Prozent des bisherigen Nettogehalts und ist auch altersabhängig.

Werden Zeitsoldaten dienstunfähig und deshalb entlassen, haben sie zusätzlich zum Anspruch auf Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung auch mögliche Übergangsgebührnisse und erhalten Übergangsbeihilfe. Andere Ansprüche, welche den Lebensstandard aufrecht erhalten, haben Zeitsoldaten nicht. Eine privat abgeschlossene Dienstunfähigkeitsversicherung ist deshalb sehr sinnvoll.

Als Zeitsoldat können folgende Fälle auftreten:

  • Der Zeitsoldat wird dienstunfähig und aufgrund dessen entlassen und nachversichert. Er ist in seiner Gesundheit so geschädigt, dass er im Sinne der strengeren Bedingungen der gesetzlichen Rentenversicherung als erwerbsunfähig eingestuft wird und erhält etwa 50 Prozent seines letzten Nettogehalts.
  • Der Zeitsoldat ist dienstunfähig und wird deshalb entlassen und nachversichert. Er ist nicht erwerbsunfähig und erhält somit weder eine Erwerbsminderungsrente noch ein anderes Einkommen. Entsprechend seiner körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit muss er sich nun mühselig ein neues Standbein aufbauen, wenn er seinen bisher gewohnten Lebensstandard beibehalten möchte.
  • Wer als Zeitsoldat dienstunfähig entlassen und nachversichert wird und eine private Dienstunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, hat eine optimale Vorsorge getroffen. Es wird dann eine Rente gezahlt, die im besten Fall den bisherigen Lebensstandard halten kann und so bei der Genesung hilfreich ist. Ohne finanzielle Sorgen kann der Betroffene mitunter auch später wieder eine Tätigkeit im Rahmen seiner Möglichkeiten aufnehmen. Aufgrund der so genannten konkreten Verweisung kann dann aber die Leistung aus der Versicherung wieder eingestellt werden, wenn der neue Beruf dem eines Zeitsoldaten auch in Bezug auf die Lebensstellung entspricht.

Dienstunfähigkeitsversicherung auch für Berufssoldaten sinnvoll

Der wesentliche Unterschied zwischen Berufs- und Zeitsoldaten liegt darin, dass für dienstunfähige Berufssoldaten eine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand erfolgt. Es wird dann ein Ruhegehalt (ähnlich einer Altersrente) gezahlt, welches allerdings um jedes vorzeitige Ruhestandsjahr um 3,6 Prozent vermindert wird. Die maximale Minderung liegt bei 10,8 Prozent. Das gilt auch dann, wenn der Soldat schon 15 Jahre vor Erreichen einer bestimmten Altersgrenze aufgrund von Dienstunfähigkeit in den Ruhestand geht.

Ausnahmen gelten nur, wenn der Soldat durch Wehrdienstbeschädigung oder Dienstunfall dienstunfähig wird. Dann erfolgt die Zahlung des vollen Ruhegehalts.
Doch auch für Berufssoldaten ist eine privat abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung durchaus sinnvoll – vor allem deshalb, weil es auch schon einige Jahre vor Erreichen der Altersgrenze zu einer Dienstunfähigkeit kommen kann und somit das Ruhegehalt entsprechend gemindert ist. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten schließt die daraus resultierende finanzielle Lücke.

Unter welchen Voraussetzungen werden Leistungen gezahlt?

Grundsätzlich ist eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung, wie sie für viele andere Berufsgruppen üblich ist, für Soldaten nicht ausreichend. Das liegt daran, dass die vereinbarte Leistung meist erst ausgezahlt wird, wenn der bisher ausgeübte Beruf mindestens zu 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann. Der Versicherer behält sich dabei das Recht vor, den Grad der Berufsunfähigkeit abschließend selbst zu bewerten. Für die Praxis kann das bedeuten, dass bei Entlassung oder vorzeitigem Ruhestand zwar von einem Bundeswehr-Arzt die Dienstunfähigkeit festgestellt wurde, der Versicherer jedoch die Leistung verweigert, weil die Berufsunfähigkeit nach seinen Einschätzungen keine 50 Prozent erreicht.

Hinzu kommt, dass die Risiken, die mit dem Soldatenberuf einhergehen, häufig nicht durch eine reine Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert sind und auch deshalb im schlimmsten Fall die Leistung durch den Versicherer verweigert werden kann.

Vertrag sollte „echte Dienstunfähigkeitsklausel für Soldaten“ enthalten

Die bessere Wahl ist eine so genannte Dienstunfähigkeitsversicherung. Anders als die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet sie nämlich grundsätzlich, wenn ein Beamter durch seinen Dienstherrn aufgrund bestimmter Umstände bereits vorzeitig in den Ruhestand versetzt wird.

Dennoch sollte dabei einiges beachtet werden. So sollte die Dienstunfähigkeistversicherung eine „echte Dienstunfähigkeitsklausel“ beinhalten, die auf Soldaten zugeschnitten ist. Ist diese im Vertrag verankert, wird auch die Leistung bei Dienstunfähigkeit des Soldaten gezahlt.

Die Klausel sorgt dafür, dass die Feststellung, inwieweit ein Soldat tatsächlich dienstunfähig ist, durch den Arzt bei der Bundeswehr erfolgt. Auch die Entscheidung über alle damit in Verbindung stehenden Maßnahmen (Entlassung oder Ruhestand) und die abschließende sowie entscheidende Bewertung in Bezug auf die Zahlung der vertraglich vereinbarten Versicherungsleistung wird vom Arzt vorgenommen. Der Versicherer überprüft dann nicht den Grad der Berufsunfähigkeit und der Anspruch auf Leistung besteht uneingeschränkt.

Sofern es aufgrund einer aktiven Teilnahme an kriegerischen Ereignissen gekommen ist, wird die zugesagte Leistung vom Bund übernommen.

Bei der Klausel ist allerdings Vorsicht geboten, denn bestimmte Klauseln verweisen auf die „allgemeinen Absätze“. Dadurch erfolgt die Bewertung der Berufsunfähigkeit wieder durch den Versicherer und dieser entscheidet über die Auszahlung der Versicherungsleistungen.

Worauf Zeit- und Berufssoldaten bei der Wahl der richtigen Berufsunfähigkeitsversicherung achten sollten

Jeder Soldat, der eine spezielle Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, sollte noch weitere wichtige Dinge beachten.

Dazu gehören:

  • Verzicht des Versicherers auf die abstrakte Verweisung, um im Ernstfall nicht irgendeinen Beruf ausüben zu müssen und die Leistung nicht zu erhalten
  • Einbindung einer Nachversicherungsgarantie sowie einer Karriereklausel in den Vertrag, um eine Leistungsanpassung an sich ändernde Lebensbedingungen (z. B. Eheschließung, Geburt eines Kindes, Beförderung) zu gewährleisten
  • Beachtung der Zahlungsdauer der Leistung (Zahlung sollte nicht schon einige Jahre vor Beginn der Altersrente bzw. des vollen Ruhegehalts enden)
  • Zeitsoldaten sollten darauf achten, dass eine Klausel im Vertrag die Weiterzahlung der Rentenbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zusichert, um im Alter nicht mit Einbußen rechnen zu müssen

Rahmenvertrag der Bundeswehr bietet attraktive Vorteile

Im Jahr 1962 hat das Bundesministerium der Verteidigung mit verschiedenen Versicherungsgesellschaften und der Führung der DBV (Deutsche Beamtenversicherung) einen Vertrag geschlossen, der Zeit- und Berufssoldaten einige attraktive Vorteile bringt, die auch für die spezielle Berufsunfähigkeitsversicherung gelten.

Mit dem Abschluss nicht zu lange warten

Wie bei der reinen Berufsunfähigkeitsversicherung auch, gilt auch für die Dienstunfähigkeitsversicherung, dass ein frühzeitiger Vertragsabschluss immer sinnvoller ist. So ist meist der Gesundheitszustand in jungen Jahren deutlich besser, wodurch mögliche Krankheiten und damit verbundene Risikozuschläge meist entfallen. Zudem kann es beim Vertragsabschluss zu Schwierigkeiten kommen, wenn für einen Einsatz im Ausland bereits eine Kommandierungsverfügung vorliegt. Natürlich sind all diese Punkte kein Hinderungsgrund. Der Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung ist trotzdem problemlos möglich.

Versicherung nicht im Alleingang abschließen

Gerade bei so komplexen Versicherungsthemen wie Berufsunfähigkeits- und Dienstunfähigkeitsversicherung lassen sich nur schwer pauschale Aussagen treffen. Viele verschiedene Faktoren haben Einfluss auf einen optimalen Versicherungsschutz. Neben der Unterscheidung zwischen Zeit- und Berufssoldat spielen auch Einsatzbereiche (z. B. Auslandseinsätze) eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund sollte auf eine professionelle Beratung durch einen Fachmann großer Wert gelegt werden, um die möglichen Stolperfallen wie „Dienstunfähigkeitsklausel“ oder andere Punkt zu umgehen. Denn nur ein Fachmann kann die in Juristendeutsch formulierten Versicherungsbedingungen auch in die Laiensprache „übersetzen“ und so dabei helfen, dass keine Nachteile für den Versicherten entstehen.

Wir stehen bei der Beratung zur Dienstunfähigkeitsversicherung per Online-Beratung gerne zur Verfügung. 

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